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PONTOS GESCHICHTE

Die PONTIER
(Griechen aus Euxinos Pontos, griech. Euxinos pontos = gastfreundliches Meer) sind eine griechische Volksgruppe, die vor ca. 3000 Jahren am Schwarzen Meer zunächst an der Süd, dann an der Ost-, Nord- und Westküste siedelte.

Pontos im weiteren Sinn wird heute "das Schwarze Meer" genannt. Im engeren Sinne dessen Südküste.


Am Anfang aller Geschichte steht meistens ein Mythos, der geschichtliche Erfahrung zu Bildern und zu Abenteuern konkreter Helden gerinnen lässt. Die Erschließung des Pontos für das Griechentum bedurfte im Mythos gewaltiger seefahrender Helden, sie bedurfte eines Zauberschiffes, der Argo, mit welchem 50 Heroen unter der Führung Jasons sich aufmachten, das Goldene Vlies nach Griechenland zu holen. Der Mythos von Jason und Medea ist europäisches Erbe von der Antike bis in die Gegenwart geworden, war und ist immer wieder Gegenstand berühmter Werke von Dichtern und Opernkomponisten.
Die ersten Siedler kamen Anfang des 8. Jhd. V. Chr. Aus der kleinasiatischen Stadt Militos (heute Milet) und gründeten im westlichen Pontos die Stadt Sinopi (heute Sinop). Es folgten Siedler auch aus anderen, überwiegend ionischen Städten Griechenlands, wie z.B. Megara, Athen etc.
Durch die neugegründeten Küstenstdte kontrollierten die Pontos-Griechen wichtige Handelswege und haben sehr schnell die besiedelten Regionen zu kulturellem und materiellem Reichtum verholfen. Später wurden die gesamten Städte der Südkste des Schwarzen Meeres (das südliche und westliche "Pontos-Gebiet") von den Persern beherrscht; die griechischen Städte behielten jedoch ihren autonomen Status und wurden nach dem Vorbild der Metropolen demokratisch regiert. Nach dem Tod Alexanders des Großen gründete Mithridates (um 320 v. Chr.) den ersten pontischen Staat. Während der Dynastie Mithridates wurde die Hellenisierung des Hinterlandes vorangetrieben. 63 v. Chr. Wird das Königreich dem Römischen Imperium einverleibt, welches in der nachfolgenden Zeit den Pontiern Frieden und Reichtum beschert. Während der Byzantinischen Epoche stellte Pontos eine sehr bedeutende Provinz dar (insbesondere die Stadt Trapezount). Pontos bildete die sütliche Grenze des Imperiums und wurde von vielen Handelswegen, wie z.B. der Seidenstraße, gekreuzt. Durch diesen Tatbestand kam es permanent zu Konflikten mit den benachbarten Völkern.
1204, nach der Eroberung Konstantinopels durch Latiner Kreuzritter, gründet Alexander Komninos das Grokomninische Kaiserreich von Trapezount, das 250 Jahre Bestand hatte. Während dieser Zeit erfuhr das kleine Kaiserreich Trapezount eine Blüte; seine Hauptstadt war im Mittelalter berühmt für seine prächtigen Bauten, sowie die Kunstfertigkeit der Handwerker. Marco Polo begann von hier seine Reise nach China.
1461 wird Trapezount " als letzte Bastion des Kaiserreiches " von den Türken erobert. Zu Tausenden flüchteten die Griechen in den Kaukasus, nach Russland oder in die Berge des Hinterlandes. Andererseits wurden viele Pontos-Griechen zwangsassimiliert. In den folgenden Jahrzehnten kam es immer wieder zu Progromen türkischer Muselmanen an griechischen Christen, deren belebende Zuflucht bei den orthodoxen russischen Glaubensbrüdern suchten.
Ihre letzte Blütezeit erlebten die Pontos-Griechen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, so dass man von einer Renaissance des Griechentums an der Küste des schwarzen Meeres sprechen konnte. Sie betrieben Handel, gründeten Schule, Theatergruppen, Trachtenvereine und gaben Zeitungen heraus.
Die Machtergreifung durch "Jungtürken" 1908 bedeutete en Beginn des Niedergangs der Griechen, sowie aller Christen (Armenier, Assyrer etc.) im Osmanischen Reich. Die "Jungtürken" setzten sich die Türkisierung des Osmanischen Reichs als büergeordnetes Ziel. Durch Genozid, Zwangsassimilation und Massendeportationen sollten die christlichen Bevölkerungsgruppen vernichtet werden.
Kemal Atatürk vollendete diese Politik mit seiner sogenannten "Befreiungsrevolution". Der Vertrag von Lausanne (1923) bedeutete das endgültige Ende der tausendjährigen Präsenz der Griechen in Pontos. Im Rahmen der obligatorischen Zwangsumsiedlung wurden 1.250.000 Griechen aus der Türkei nach Griechenland umgesiedelt. Alle die es schafften, die Strapazen der Flucht zu überleben, bzw. den Waffen ihrer Verfolger zu entkommen, fanden Zuflucht in Griechenland, Russland, aber auch Armenien und Ägypten. Zurck blieben nur die Pontier moslemischen Glaubens (in den Gebieten Of und Tokat), die auch heute noch den pontischen Dialekt sprechen, welcher direkt aus der altgriechischen Sprache abgeleitet wird.

Der 19. Mai steht als Gedenktag für den Genozid an die Pontos-Griechen

Für die nach Russland geflüchteten Pontos-Griechen hatten die Verfolgungen jedoch noch kein Ende. Lenin versprach ihnen zwar Anerkennung ihrer historischen und kulturellen Eigenstndigkeit und darüber hinaus autonome Gebiete; aber bereits zwei Jahrzehnte später, in den 30er Jahren, wurden sie zu Opfern der Sowjetisierungspolitik Stalins. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sperrte die Sowjetmacht mehr Griechen als Angehörige anderer Volksgruppen in ihre Internierungslager; es erfolgten Massenexekutionen und Deportationen. Erst Anfang der 80er Jahre wurde den Griechen wieder einige Freiheit zugestanden. Mit Beginn der Perestroika kehrten viele Pontier in ihre ursprüngliche Siedlungsgebiete am Schwarzen Meer und dem Kaukasus zurück.
Diejenigen, die bereits vor 1923 nach Griechenland geflüchtet waren, fanden bessere Bedingungen vor. Sie sind in ihre ursprüngliche Heimat, die ihre Vorfahren vor fast 3000 Jahren verlassen hatten, zurckgekehrt; sie begannen Dörfer aufzubauen und integrierten sich sehr rasch an das Leben und den Alltag in Griechenland. Später wurden viele durch den materiellen Notstand nochmals gezwungen, zum zweiten Mal zu emigrieren. Sie wanderten nach Amerika, Kanada und Australien aus, aber auch in mitteleuropische Länder, die zu der Zeit einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebten, wie z.B. Deutschland.

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